Zu guter Jetzt in Putbus

Zu guter Jetzt

Umzug ins Paradies

Sammy Blum · 05. August 2026

"Stimmen zur Uraufführung

Fulminante Vorstellungen von „Zu Guter Jetzt“ liegen hinter uns, die das Publikum sowohl bei der Uraufführung am 17. Juli als auch bei der zweiten Vorstellung am 18. Juli mit Standing Ovations quittierte. Noch schöner, dass Einige uns ihre Eindrücke anschließend mitgeteilt und uns erlaubt haben, sie hier zu veröffentlichen:

Ein karges Bühnenbild - ein Sessel, ein Tisch, ein Stuhl, schönes Licht. Eine blasse Dame in einem schicken blauen Kleid mit ungewöhnlicher Haartracht erscheint, Pandora, und irritiert mit ihren ersten Sätzen: „Ich bin tot, aber noch nicht ganz hinüber, wie eine Kopfschmerz-Brausetablette, direkt nachdem man sie ins Glas geworfen hat. Noch da, aber es prickelt schon.“ Damit scheint die Szenerie gesetzt, eher harter Tobak als leichte Kost, Stille im Publikum. Erst als die Geschichte Fahrt aufnimmt und Pandoras Tochter mit Geige und der zukünftige Schwiegersohn Posaune spielend auftreten und sogar gesteppt wird, entlädt sich die Anspannung im Publikum mit Applaus und Gelächter und die Geschichte nimmt mit eingestreuten Songs Fahrt auf. Es geht um das Leben an sich, wie wir versuchen, es zu bewältigen, um Irrwege und Enttäuschungen, alles leicht dargeboten, mit Gesangs- und Steppeinlagen, manchmal loriothaft eingestreuten Sentenzen, sehr komisch und gleichzeitig tiefgründig. Endlich darf gelacht werden, bis ein schockierender scheinbarer Endpunkt gesetzt wird, der nicht verraten werden soll. Ein wunderbarer Theaterabend, standing ovations, zu Recht für alle Beteiligten. Das klingt nach…
LiloWanders

Zu guter Jetzt in Putbus
Zu Guter Jetzt in Putbus | Foto: Felix Geroldinger
Mich hat „Zu guter Jetzt“ von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Selten habe ich eine Inszenierung erlebt, die Leichtigkeit und Tiefgang so selbstverständlich miteinander verbindet. Man lacht, man wird überrascht und nimmt am Ende mehr mit nach Hause als nur schöne Melodien. Alle drei Künstler:innen schaffen es mit großer Spielfreude und beeindruckender musikalischer Qualität, das Publikum in ihre Welt hineinzuziehen. Gerade diese Mischung aus Schauspiel, Musik und Humor macht den Abend einzigartig. Ein Theaterabend, der das Herz berührt, den Verstand anregt und noch lange nach dem Schlussapplaus nachklingt. Für mich war „Zu guter Jetzt“ eine außergewöhnliche Theatererfahrung, die ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann.
David Perez Anido, Orchestermanager Stralsund

Putbus sehen und… sich prächtig amüsieren. Es lohnt sich wie immer zur (neuen) Aufführung eines Stückes von Marianne Blum auf die Insel Rügen zu reisen. Neben Sonne, viel Wind, feinem Ostseesand und Meer ist der eigentliche Anlass die Show im kunstvoll restaurierten Zuckerbäckertheater in Putbus. Bei Sonnenschein ist das weiße Haus am Markt schon optisch ein Augenschmaus.
Das neue Stück – Zu guter Jetzt – nimmt mich als Zuschauerin flugs in eine Fantasiewelt zwischen irdischem und postmortalem Leben. Die assoziations- und witzreichen Gedankenfunken sprühen nur so hin und her, sowohl in den Monologen von Pandora als auch in den Dialogen mit ihrer Tochter Eva und deren Partner. Der Spannungsbogen hält mich in Atem, weil die Bewegungen der Figuren als Sprechende, Musizierende und Tanzende nie abreißen. Ein Feuerwerk an immer neuen, lustvollen Wendungen. Die eingebundenen Songs sind teils bekannt, teils von M. Blum selbst geschrieben. Stepptanzeinlagen und instrumentale Intermezzi befeuern die Sinneswelt. Jede, jeder für sich ein wahrer Genuss; singend oder auch Marjin Seiffert mit einem warmen, satten Geigenton und Gilbert Millich mit einer überraschend weich und unglaublich virtuos gespielten Bassposaune. Unerhört - im wahrsten Sinne des Wortes - so etwas habe ich nie zuvor erlebt. Bei dieser detailreichen Fülle an Spielideen und dem rasanten Spieltempo verging die Zeit im rauschhaften Flug. Da möchte ich dieses Stück gerne ein weiteres Mal sehen und empfehle es hiermit wärmstens.
Doris Sondermann, Hamburg

Zu guter Jetzt in Putbus
Zu Guter Jetzt in Putbus | Foto: Felix Geroldinger
„Zu guter Jetzt“ ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man sowohl ernste Themen liebt als auch Tanz, Musik und Gesang. Marianne Blum als Pandora muss man gesehen haben. Es ist großartig, wie sie ihre Rolle spielt. Auch ihre jungen Kolleg:innen, Marijn Seiffert als Pandoras Tochter Eva, und Gilbert Millich als Evas Freund überzeugen auf ganzer Linie, sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch und musikalisch. Wirklich umwerfend ist aber das Zusammenspiel von allen dreien. Und wenn dann noch „Prometheus“ – genannt „Promi“ auf die Bühne kommt, dann ist das wunderbare Spektakel perfekt.
Gü., Berlin

„Zu guter Jetzt“ ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man sowohl ernste Themen liebt als auch Tanz, Musik und Gesang. Marianne Blum als Pandora muss man gesehen haben. Es ist großartig, wie sie ihre Rolle spielt. Auch ihre jungen Kolleg:innen, Marijn Seiffert als Pandoras Tochter Eva, und Gilbert Millich als Evas Freund überzeugen auf ganzer Linie, sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch und musikalisch. Wirklich umwerfend ist aber das Zusammenspiel von allen dreien. Und wenn dann noch „Prometheus“ – genannt „Promi“ auf die Bühne kommt, dann ist das wunderbare Spektakel perfekt.
Gü., Berlin

Das neue Stück von Marianne Blum “Zu guter Jetzt” ist das zweite Stück, das ich von der Berliner Autorin in der Uraufführung am Theater in Putbus gesehen habe. Es beeindruckt durch eine gelungene Mischung aus Schauspiel, Musik, Gesang und Tanz, wie auch schon das Werk “Davon geht die Welt nicht unter”. Marianne Blum beeindruckt durch ihr Multitalent: Sie schreibt nicht nur die Stücke voller witziger Dialoge, sondern begeistert mich mit ihrer schönen Stimme und ihrer großen schauspielerischen und auch tänzerischen Begabung.
Eigentlich ein todernstes Thema, das dort auf der Bühne verhandelt wird, und das dennoch viel Gelegenheit zum Lachen bietet, nicht zuletzt durch Mariannes wunderbare Mimik und Gestik in ihrer Rolle als verstorbene Mutter. Interessant auch die filmischen Einsprengsel nach der Pause mit Erklärungen zur Sage “Orpheus und Eurydike”, die für mich allerdings etwas kürzer und prägnanter hätten sein können, um das Wesentliche dieser Geschichte und deren Bezug zum Stück zu verdeutlichen.
Im zweiten Teil nimmt die Handlung an Fahrt auf und hat mich beeindruckt durch Mariannes junge Mitspieler, Marijn Seiffert und Gilbert Millich, die mir sehr gut gefallen haben. Sie singen und tanzen und spielen perfekt ihre Instrumente, die Geige und die Posaune, und ergänzen hervorragend die erfahrene Marianne Blum.
Genial auch der Auftritt von Sammy Blum, der auf und vor der Bühne den Vater der Tochter und Ehemann der Verstorbenen gibt. Ohne auch nur ein Wort zu sprechen, bleibt sein Auftritt durch seine coole äußere Erscheinung und seine überaus gelungene Onomatopoesie in der Szene mit dem Telefongespräch in bleibender Erinnerung.
Ich freue mich schon auf die kommenden Stücke von Marianne!
Frauke Brieger, Rügen

Es ist schon ein paar Tage her, aber seit vergangenem Montag werde ich täglich an den Besuch eures Stücks "Zu guter Jetzt" im Theater Putbus erinnert, wenn ich auf dem Campingplatz wieder dem Ohrwurm von "Immer wieder geht die Sonne auf" nachgebe und das Lied auf die Playlist setze – zuletzt gestern Abend, als kurzzeitig außerhalb des Zeltes die Welt unterzugehen schien.
Wir hatten am Montagabend viel Spaß und dafür möchte ich mich einfach mal bedanken, weil das vermutlich viel zu selten geschieht. Ich bin immer noch beeindruckt, wie ein solches Stück mit nur drei (einhalb) Personen auf der Bühne funktionieren kann. Das dürfte auch mit den vielfältigen Fähigkeiten der Beteiligten zu tun haben. Marijn Seiffert habe ich hoffentlich nicht das letzte Mal in so vielen verschiedenen Disziplinen als Zuschauer erleben dürfen. Wenn es in den NRW-Sommerferien im kommenden Jahr wieder eine Vorstellung von euch in Putbus gibt, werden wir sicher erneut zu Gast sein. Noch einmal vielen Dank für die tolle Arbeit und liebe Grüße 
Dennis Görlich, NRW

Zu guter Jetzt in Putbus

Zu Guter Jetzt in Putbus | Foto: Felix Geroldinger
Wie oft haben wir es schon gehört? Man soll sein Leben lieben. Mit allem, was dazu gehört. Mit seiner Freude, Trauer und allem dazwischen. Das Prägnante an diesem Stück ist aber, dass man hier mit fliegender Leichtigkeit diese Erkenntnis unvergesslich geschenkt bekommt. Eben noch, im Theater sitzend, über den menschenliebenden Humor in witzigen Szenen, Dialogen und Monologen gelacht, pflanzt sich die Botschaft in jede Zelle. Tage später noch denkt man über das Stück nach und wird das Gefühl nicht los, altbekannte Lebensweisheiten zum ersten Mal wirklich verstanden zu haben. Es bleibt die Faszination über sich selbst schmunzeln zu können, sich selbst gegenüber freundlich zu denken und zu fühlen und sich gerne damit zu beschäftigen.
Anna Maria Haas, Saulheim

Nichts hat sich geändert. Pandora weiß es: die Büchse nicht öffnen! Die Menschen hören nicht auf sie, obwohl sie sich alle Mühe aus dem Jenseits gibt. Eine wunderbare Aufführung über uns Menschen eingebettet in ausgezeichnete Tanz- und Gesangseinlagen. Tolle Leistung von Marianne Blum, Marijn Seiffert und Gilbert Millich. Danke!
Hildegard Gacek, Wuppertal

Schuld als Erbe?
What bleibt, wenn die Mutter stirbt? Im musikalischen Theaterstück „Zu guter Jetzt“ ist die erste Antwort der verwaisten Tochter Eva nicht Trauer, sondern Schuld. Hätte ich öfter anrufen sollen? Hätte ich sie häufiger besuchen müssen? War ich eine gute Tochter? Das Stück trifft damit einen Nerv, der weit über die individuelle Geschichte hinausreicht. Es erzählt von einer Schuld, die viele Mutter-Tochter-Beziehungen begleitet – einer Schuld, die oft schon im Moment der Todesnachricht schwerer wiegt als der Verlust selbst.Dabei stellt sich die Frage, ob dieses Schuldbewusstsein tatsächlich aus persönlichem Versagen erwächst oder ob es nicht vielmehr Teil eines transgenerationalen Erbes ist. Frauen wird seit Jahrhunderten zugeschrieben, für Beziehungen, Fürsorge und das emotionale Wohlergehen Anderer verantwortlich zu sein. Wie Pandora, die zur ewigen Trägerin ihrer Büchse wurde, scheinen auch Mütter und Töchter ein Päckchen weiterzureichen, das nie ganz abgelegt werden darf. Die Schuld lebt fort – im Großen, in gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen und strukturellen Ungleichheiten, wie im Kleinen, in familiären Erwartungen und unausgesprochenen Verpflichtungen. Muss diese Büchse tatsächlich immer weitergegeben werden, oder ist Vergebung der einzige Weg, sie endlich zu schließen? „Zu guter Jetzt“ sucht darauf eigene Antworten. Es tastet sich durch Erinnerungen, familiäre Verstrickungen und zwischenmenschliche Brüche, mal pointiert, mal bewusst chaotisch. Gerade diese Offenheit macht den Reiz des Abends aus - trotz irritierender wiederkehrender Entscheidung, Evas Trauer abrupt durch Musik- und Tanznummern zu unterbrechen. Nicht immer erschließt sich, was sie aus ihrer Verzweiflung in diese plötzliche Ausgelassenheit treibt oder welchen dramaturgischen Mehrwert dieser Bruch haben soll. Die emotionale Wucht verliert dadurch stellenweise an Tiefe. Dennoch bleibt „Zu guter Jetzt“ ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklicher Theaterabend. Er stellt die unbequeme Frage, ob wir wirklich um unsere Mütter trauern – oder zunächst um die Schuld, die wir mit ihrem Tod endgültig nicht mehr loswerden können. Gerade darin liegt seine größte Stärke. Sehenswert ist das Stück allemal.
Anna Gleser, Berlin

Pandora ist tot!
Aus dieser eher traurigen Tatsache entwickelt sich eine rasante meist komische aber auch nachdenkliche Geschichte über die Familie, mit Ausflügen in die griechische Mythologie. Alle drei Hauptdarsteller*innen zeigen sehr viel Spielfreude und beweisen ihre Talente in unterschiedlichen Disziplinen. Es ist eine Freude zuzusehen, wie auf der Bühne gespielt, getanzt, gesteppt, gesungen und immer wieder Geige und Bassposaune gespielt wird. Die gut eineinhalb Stunden (plus Pause) vergehen wie im Fluge (mit immer wieder viel Zwischenapplaus). Es gibt viel zu lachen aber auch nachdenkliche Töne. Der überraschende Schluss, gibt der ganzen Geschichte dann noch eine unerwartete und amüsante Wendung.
Es war ein klasse Abend in dem bezaubernden Fürstlichen Theater zu Putbus auf Rügen.
Fazit: Auf gar keinen Fall verpassen!
Andreas + Günther aus Berlin

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